Die Nachhallzeit ist die Zeit in Sekunden, in der, nach Ausschaltung der Schallquelle, der Schallpegel um 60 dB sinkt. Die Nachhallzeit wird bestimmt in den Oktavbändern von 125 Hz bis einschließlich 4000 Hz.
In der Praxis ist das 1.000 Hz-Oktavband die wichtigste Frequenz, weil hier das Zentrum unseres Sprachbereiches liegt. Die Nachhallzeiten der übrigen Oktavbänder sollten nicht zu stark abweichen. Wobei anzumerken ist, dass die tiefen Töne im Bereich von 125 Hz und 250 Hz lediglich einen geringen Einfluss auf die Schallwahrnehmung haben, weil Geräusche in diesen Tonhöhen in alltäglichen Situationen in geringem Maße vorkommen und der Mensch diese Tonhöhe nicht so gut hört.
Bei der Berechnung der Nachhallzeit geht man davon aus, dass die Einrichtung und der Raum selbst bereits über eine bestimmte Menge Schallabsorption verfügen. In der modernen Architektur gibt es eine Tendenz, die Wert auf eine einfache Instandhaltung legt. Dies führt zum Einsatz akustisch harter Materialien: Boden aus Stein, Kunststoff-Lamellen, Schreibtische und Schränke aus Metall. Das bedeutet, dass in bestimmten Fällen die Einrichtung lediglich einen geringen Beitrag zur gesamten vorhandenen Menge der Schallabsorption beiträgt. In solchen Situationen muss der größte Anteil der Schallabsorption durch die Decke erbracht werden.
Für eine gute Raumakustik ist eine große Menge an Schallabsorption notwendig. Unter Berücksichtigung der modernen Bau- und Einrichtungskultur führt der Einsatz von Decken mit zu niedrigem Schallabsorptionskoeffizienten zu enttäuschenden Ergebnissen. Indem man eine Decke wählt, die über einen ausreichend hohen Schallabsorptionskoeffizienten verfügt, bietet man dem Ausstatter des Raumes alle Freiheiten, nach seinen Bedürfnissen die Einrichtung zu gestalten.